BMW R75

BMW R75 – Kriegsschicksal auf zwei Rädern

Die BMW R75, gebaut von 1941 bis 1944, war mehr als nur ein Motorrad – sie war ein wesentlicher Pfeiler der deutschen Wehrmacht in bewegtem Gelände. Aufgrund ihrer robusten Konstruktion, des kraftvollen 750 cm³ OHV-Boxermotors mit etwa 26 PS und ihrer dabei überraschend hohen Wendigkeit wurde sie oft als „deutsche Antwort auf den Jeep“ bezeichnet. Ein einzigartiges Highlight war die innovative Allradantriebs-Lösung, die sowohl Hinterrad als auch das dritte Rad des Seitenwagens antrieb – gesteuert durch ein sperrbares Differential und mit zuschaltbaren Geländegängen. Diese technische Raffinesse machte die R75 zum unverzichtbaren Gefährt für schwieriges Terrain und schwierige Zeiten. Insgesamt wurden rund 16 500 Exemplare gefertigt, bevor das Werk durch Luftangriffe zerstört wurde; weitere 98 Einheiten wurden 1946 als Reparationsleistung von der Sowjetunion montiert.

Die Technik der BMW R75 – Mehr als ein Motorrad

Die R75 setzte neue Maßstäbe in puncto Einsatzfähigkeit und Mobilität. Ihr luftgekühlter Zweizylinder-Boxermotor war in einen Stahlrohrrahmen integriert, der stabil, robust und leicht zerlegbar konstruiert war. Die gefederte Teleskopgabel sorgte für Komfort, während das Gespann selbst über eine Geländeuntersetzung und sogar einen Rückwärtsgang verfügte – damals eine technische Sensation. Die Bremsanlage war auf drei Räder ausgelegt: die Vorderradbremse seilzugbetätigt, während Hinterrad und Seitenwagen hydraulische Trommelbremsen besaßen. Schon 1941 erkannte man, dass die Versorgung der Wehrmachtsgespanne effizienter wurde, wenn BMW und Zündapp mindestens 70 % Baugleichheit ihrer Teile realisierten – ein Beispiel früher Teileharmonisierung im Motorradbau.